1/2018

Kulturelle Vielfalt und Integration «The Swiss Way»

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Die Schweizer Kader Organisation wurde 1893 in Zürich als Werkmeister-Verband gegründet mit dem Bestreben, den Berufsstand zu fördern. 125 Jahre später setzt sich der Verband immer noch für die Rolle und Verantwortung der Führungskräfte, die Verbindung der Interessen von Unternehmung und Mitarbeitenden und die Unterstützung der SKO-Mitglieder in ihrem Fortkommen ein. Vielfalt und Integration sind dabei ständige Begleiter. Die Festschrift zum 100-Jahr-Jubiläum weist darauf hin, dass von Führungskräften mehr Mobilität erwartet wird und dass die Zunahme an kulturell durchmischten Teams verlangt, «Abstimmung zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass Arbeitsfähigkeit und Effizienz entstehen». Das Schätzen von kultureller Vielfalt ist eine Qualität in der Führung «The Swiss Way». Sie tragen zum sozialen Zusammenhalt bei. Dazu gehören miteinander zu reden, der Wille nach breiter Abstützung bei wichtigen Entscheidungen, eine gute Balance bezüglich Verantwortlichkeiten und eine Offenheit gegenüber Neuem.

Zahlreiche Schweizer Unternehmen sind von Personen mit Migrationshintergrund gegründet worden. Auch heute ist die Wettbewerbsfähigkeit von ausländischen Arbeitskräften abhängig. Ohne die traditionell hohe kulturelle Durchmischung wäre die Schweiz nicht so erfolgreich. Nichtsdestotrotz werden Bedenken laut, dass wichtige Werte der Schweiz aufgrund eines steigenden Anteils ausländischer Führungskräfte und einer Vielzahl multinationaler Firmen, in denen für gewöhnlich in Englisch kommuniziert wird, verloren gehen könnten. Diversität leben – also Zugehörigkeit vermitteln und Einzigartigkeit wertschätzen – bedingt eine Integrationsleistung. Wenn viel beschäftigte Expat-Manager sich nicht für Schweizer Eigenheiten und Befindlichkeiten interessieren und Rationalisierungsprogramme aus einer rein globalen Konzernoptik heraus umgesetzt werden, gefährden sie die Schweizer Kultur. Es braucht ein Miteinander: eine positive Haltung zu Vielfalt und gegenseitigen Respekt sowie ein gemeinsam verantwortetes Wertesystem für den Umgang mit Vielfalt, mit Rechten und Pflichten für alle Beteiligten.

Jürg Eggenberger, Geschäftsleiter SKO

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